Warum sagen Dänen „yes“ statt „ja“. Ein Blick auf englische Wörter im dänischen Alltag.
Wer etwas Zeit in Dänemark verbringt, merkt schnell: Wir Dänen mischen mit größter Selbstverständlichkeit englische Wörter oder ganze Sätze in unsere Sprache. Ein gutes Beispiel dafür ist das kleine Wort „yes“.
Das haben wir uns schon Anfang des 20. Jahrhunderts angenommen. Wir nutzen es als „ja“ oder „genau“ oder wenn wir uns richtig freuen zum Beispiel, wenn die dänische Nationalmannschaft in eher seltenen Momenten mal wieder ein Tor gegen Deutschland schießt.
Dann bleibt es meistens nicht bei einem einzelnen „yes“. Mit beiden Armen über dem Kopf rufen wir im Takt: „Yes, yes, yes!“ Die englische Vokabel gehört bei so einem Ausbruch von Begeisterung dazu.
Und finden wir etwas unübertroffen, heißt es: „Yes, det er coolt!“ Da wird direkt noch ein englisches Wort in den Satz, dem wir kurzerhand eine dänische Endung verpassen – aus „cool“ wird „coolt“. Wir übernehmen Anglizismen also nicht immer nur einfach so, sondern stricken sie passend.
Für die Dänen ist das normal, dass wir gar nicht groß darüber nachdenken. In Dänemark wachsen wir damit auf, Englisch wie selbstverständlich zu verstehen und zu nutzen. Wer die Verhältnisse in Deutschland nicht kennt, wundert sich deshalb oft, dass das dort anders läuft. Umgekehrt stolpern manche Deutsche erst einmal, wenn Mitten im Dänischen plötzlich ein englisches „yes“ auftaucht.
